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JETZT! Bewegte Zeiten bewegen Menschen

Bettina Inés Truffat Written by 

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Bettina Inés Truffat im Fieber Festival Bettina Inés Truffat im Fieber Festival Foto: Daniela Carbajal Featured

Wir leben in einer Zeit im beschleunigtem Tempo, mit aneinander rollender Ereignisse und ständiger Veränderung. Die einst gekannte Beschaulichkeit und Gewissheit, dass Dinge sich in absehbarer Zeit und wie erwartet ereignen würden scheint aus unserem Lebensgefühl fast spurlos verschwunden zu sein. Wo sind die Ruhe, das einst vertraute Gefühl für Zeit und Entwicklung geblieben?


 

Wir leben in einer Zeit im beschleunigtem Tempo, mit aneinander rollender Ereignisse und ständiger Veränderung. Die einst gekannte Beschaulichkeit und Gewissheit, dass Dinge sich in absehbarer Zeit und wie erwartet ereignen würden scheint aus unserem Lebensgefühl fast spurlos verschwunden zu sein. Wo sind die Ruhe, das einst vertraute Gefühl für Zeit und Entwicklung geblieben?

Seit einiger Zeit glauben wir uns in einem „Ausnahmezustand“ zu befinden, der hoffentlich bald sein Ende finden wird. So trösten wir uns mit: „Wenn die Dinge sich beruhigt haben, werde ich mich um wichtige Themen, um Menschen, usw. wieder kümmern können“ oder „ Wenn das vorbei ist, werde ich wieder Zeit für mich finden“.

Ausnahmezustände lassen uns auf unterschiedlicher Weise erstarren. Die Erstarrung wird von scheinbarer Apathie, Desinteresse, ein „Unbeteiligt-Wirken“ oder von Überreaktionen begleitet. Die eigene Handlungsfähigkeit vermindert sich und wird immer mehr zu einer Reaktion. Der Körper hilft uns diese Zeit durchzustehen und zu meistern mit der Aktivierung der Überlebensprogramme. So entstehen erhöhte Spannung, Stress, Seh- und Hörschwierigkeiten, Veränderungen im Metabolismus, Schmerzen ohne bekannter Ursache, usw. Die Tage vergehen, Monate, sogar Jahre ziehen vorbei und es wird nicht besser. Dieser Ausnahmezustand ist heute die Realität. Es wird sich erst mal nicht ändern, sogar noch mehr verdichten. Das sollten wir als Ist-Zustand lieber akzeptieren.

Ein erster Schritt ist die Etikettierung „Ausnahme“ im Denken und im mentalen Körper zu entfernen und durch ein für uns schönes, einladendes und willkommenes „Jetzt“ zu ersetzen. Die Akzeptanz, dass es „jetzt so ist“ ermöglicht erst eine Neuorientierung. Dies kann uns eine bis jetzt nicht erahnte Lebensqualität schenken.

Bewegten Zeiten können uns entweder in einem Ausnahmezustand versetzen oder einladen uns darin zu bewegen, mit zu fließen, ja sogar mit zu tanzen. Wenn wir anstatt zu überleben um diese Zeit bestmöglich zu überwinden, durch das Leben tanzen würden?

Die Menschen haben im Laufe der Geschichte schon immer getanzt. Tanz war ein Ausdruck der Freude und Bestandteil von Feierlichkeiten wie auch eine wichtige Form Rituale zu zelebrieren und Mysterien sowie Geheimnisse des Lebens zu begreifen.

Durch das Leben zu Tanzen klingt weniger nach schweren Zeiten, vielmehr nach Freude und Leichtigkeit. Wenn es uns gelingt durch das Leben zu tanzen kommen wir in Einklang mit dem Rhythmen der Natur, der Erde und der vitalen Kräfte. Diese Rhythmen sind in uns selbst genauso wie um uns herum zu finden.

tanzkonnexion1Es gibt sehr viele Arten zu tanzen. Ich bevorzuge diese: Sich dem Rhythmus und der Musik hinzugeben und davon tragen und leiten zu lassen. Sich inspirieren lassen von den verschiedenen Elementen der Musik und daraus einen Dialog gestalten. Sich in die Konnexion, in die Verbindung mit anderen mittanzenden Menschen zu schwingen, mit Bilder, Ideen, kreative Emotionen, Bewegungen, Farben, Natur … bis zur universellen großen Weite. Das ist eine Art zu tanzen, die nicht eine schon bestehende Choreografie oder Form umsetzt, sondern ganz neu im Augenblick erschaffen wird.

Wenn ein Mensch auf diese Weise tanzt und in Bewegung ist, hat er die Fähigkeit Emotionen, Mentales und Spirituelles, Gemeinschaftliches und Künstlerisches zu begreifen und sich davon durchdringen zu lassen. In diesem Tanz können unsichtbare Facetten des Lebens erlebbar und sichtbar werden.

Das ist TANZ KONNEXION, Tanzen in Verbindung zur Mehrdimensionalität des Seins.

Die persönliche Neuorientierung im Jetzt zu leben beschenkt uns mit der Fähigkeit den Fokus auf uns selbst zu lenken und unsere Gefühle zu fühlen, die Gedanken zu steuern, die Absichten unseres Handelns zu erkennen und dann, ganz wichtig, bewusst zu entscheiden.

Leben in Konnexion zu uns selbst schärft auch die Wahrnehmung für das Umfeld, für alle Menschen und Lebewesen, die Landschaft und die Natur, die Erde und das Weltgeschehen. Wir erkennen wie das Eine sich im Anderen widerspiegelt, dass Wandlung einer Ebene Auswirkung auf andere Ebenen hat.

Wenn die Zeiten zu bewegt erscheinen, wenn alles so schnell einwirkt, sehnen wir uns nach einem Ort der Ruhe und des Friedens. Dieser Ort ist in uns selbst zu finden, eng verwoben mit unserer Fähigkeit zu lieben.

Orte wie diese finden wir auch in der Landschaft. Sie sind da und werden durch unsere Präsenz belebt. Sie brauchen aber auch den notwendigen Schutz damit sie nicht zugebaut oder unzugänglich gemacht werden. Sie tragen zum allgemeinen Gleichgewicht auf der Erde bei.

In diesen Zeiten setze ich mich dafür ein, eine neue Geo-Kultur zu bilden. Eine Kultur in der die Achtung, der Respekt und die Würdigung unserer Erde uns wieder befähigt mit ihr in liebevollen Dialog zu sein. Eine Kultur in der das künstlerische Tun uns wieder an unsere wahre Natur erinnert.

Tanz und Bewegung, tief erlebt, offenbaren uns die Kraft des Wandels und der Entwicklung im Leben. Wenn wir tanzen verstehen unsere Zellen und unser Geist was es heißt loszulassen, zu entscheiden, weiter zu gehen, neu anzufangen, zu feiern, mitzufühlen und lebendig zu sein.

Ich lade zum Tanzen ein. Jetzt können Sie für einen Moment aufhören zu lesen und aufstehen, die Arme ausbreiten, ihren Füßen erlauben Sie durch den Raum tanzend und drehend zu schwingen und feiern, dass Sie leben!

 

Bettina Inés Truffat

Last modified onSamstag, 28 Oktober 2017 12:51
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